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Was sagt
das Neue Testament zu Familie und Keuschheit? Startseite Inhaltsbverzeichnis Was sagt das
Neue Testament
zur Heirat? Top Wir haben hier etwas vollständig neues. Etwas recht radikales. Es ist so drastisch in seiner ganzen Anlage, daß es schon einiges an Zeit benötigt, um sich der vollen Konsequenzen bewußt zu werden. Jesus macht der Lehre des Alten Testamentes fruchtbar zu sein und sich zu mehren ein Ende und gibt anstatt das Gebot hinzugehen und das Reich Gottes zu verkünden. Jesus macht dem Familienleben, wie wir es von Alten Testament her kennen, ein Ende und verkündigt ein komplettes neues Familienleben - verkündigt eine Familie von Menschen die den Willen des Vater tun - einen Leib bestehend aus geistigen Menschen. Eine der herausragensten
Eigenschaften der Imitationskirchen*
ist, daß sie genau diese Seite der Lehren Jesu ignorieren und
vorgehen als ob sie nicht existiert. Hochzeitszeremonien sind für
sie wichtige Veranstaltungen und ein großer Teil ihrers
gesellschaftlichen Lebens befaßt sich mit dem Suchen und Finden
von Ehe- und Sexpartnern. Es gibt kaum etwas das mehr unbiblisch ist
als eine kirchliche Trauung. *Imitationskirche: Der Autor bezeichnet alle christlichen Konfessionen (Religionen) als Imitationskirchen, die eigentlich nur ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Er sagt: "Ich gehöre zu keiner Konfession, ich habe mit solchen Sekten nichts zu tun, ich gehöre zu Gott, ich diene Gott und nicht einer von Menschen gemachten Organisation." Wir haben gerade festgestellt,
daß der neue Bund*
(das neue Testament) die
Heirat und die Fortpflanzung nicht unterstützt. Es gibt
diesbezüglich keine Beispiele im Neuen Testament. Es gibt
allerdings Ausnahmen hierzu und wir haben sie uns angesehen. Aber das
Vorhandensein dieser Ausnahmen ist eine Unterstützung der
allgemeinen Lehre des Neuen Testaments, denn diese Ausnahmen
bestätigen die generelle Lehre dadurch, daß sie eben
Ausnahmen sind. *Der Neue Bund (das Neues Testament): beginnt gemäß der christlichen Bibel erst nach dem Tode Jesus, denn wo ein Testament ist, da muss der Tod geschehen sein. Das Neue Testament enthält also die Worte und Taten Jesus sowie den 12 Jüngern Jesus, die auch als die 12 Apostel bezeichnet werden. Wir kommen nun zu einem wichtigen Gesichtspunkt dieser Situation und ihrer Lehre im Neuen Testament. Um die Lehre des Neuen Testaments zu verstehen, muß uns der Unterschied zwischen zwei Seiten des Familienlebens bewußt werden - zwei Seiten des Lebens in einer physischen Familie. Diese zwei Seiten sind "verheiratet sein" und "sich verheiraten." Das Neue Testament macht Aussagen über diese beiden Seiten. Wir wollen uns zunächst "verheiratet sein" ansehen. Wenn eine Person verheiratet ist, dann ist diese Übereinkunft gültig, sollte respektiert werden und kann nicht gelöst werden. Ein Wort wurde gegeben und so etwas hat einen hohen Rang in Gottes Augen. Eine Person die verheiratet ist und dann Christ wird bleibt deshalb auch verheiratet und sie wird im Neuen Testament Hinweise finden, wie sie sich in der Ehe zu verhalten hat. Es gibt recht viel Unterweisung im Neuen Testament für Ehemänner und Ehefrauen. An dieser Stelle wollen wir jedoch nur festhalten, daß wenn eine verheiratete Person Christ wird, sie auch verheiratet bleibt. Ein Vereinbarung einmal getroffen ist verpflichtend auch wenn eine Person an Einsicht hinzugewinnt und lernt, daß es besser ist, nicht verheiratet zu sein. Wir wollen dies an Beispielen verdeutlichen: Ein Moslem hat zwei Ehefrauen und wird Christ. Nachdem er Christ geworden ist, hat er immer noch zwei Ehefrauen. Er ist seinem Wort, das er einmal seinen zwei Ehefrauen gegeben hat als er noch kein Christ war, weiterhin verpflichtet. Da ergeben sich keine Änderungen, er bleibt verheiratet mit zwei Frauen. Ebenso verhält es sich mit einem Zulu (Zulu = afrikanische Volksgruppe) der fünf Frauen und 35 Kinder hat und der eine Entscheidung für Christus macht und ein Gläubiger wird. Er wird auch danach ein Mann sein der immer noch 5 Frauen und 35 Kinder hat. Da gibt es keine Änderung. Dies ist der Grund warum die Bibel nicht sagt, daß ein Christ nur eine Ehefrau haben kann. Es gibt keine solche Regel in der Bibel. Die einzige Ausnahme sind Älteste (Die Ältesten waren die Häupter der mächtigsten Familien eines Stammes. Sie bildeten eine Art Adel.) Älteste können nur eine Frau haben. Der Zulu und der Mann der ein Moslem gewesen war können nicht Älteste werden, sind aber Christen wie alle anderen auch in der Familie Gottes. Das Neue Testament gibt recht viel Rat für verheiratete Menschen und bestärkt verheiratet Paare ein heiliges Leben zu führen und die Ehe zu bewahren. Das Neue Testament ist sogar bündiger bezüglich Scheidung als das Alte Testament. Aber da sind keine Hinweise enthalten in diesen Ratschlägen, die uns die Bibel für verheiratete Menschen gibt, die zeigen, daß die Bibel Christen ermutigt, zu heiraten. Die Bibel schützt also sehr die Ehe, dieser Schutz erlaubt uns aber nicht den Schluß zu ziehen, daß sie eine Ermutigung zur Ehe ist. Die Bibel schützt auch sehr einen Sklaven, aber dies heißt nicht, daß die Bibel Menschen rät, Sklaven zu werden. Die Bibel macht Aussagen für einen Sklaven, wie er sein Leben zu führen hat, und die Bibel sagt auch den Christen wie sie sich einem Sklaven gegenüber zu verhalten haben, aber all dies ist nicht eine Ermutigung ein Sklave zu werden oder Sklaven zu halten. Dieser Vergleich eines verheirateten Menschen mit einem Sklaven scheint nicht gerade ein sehr geeigneter zu sein. Aber genau dies tut die Bibel. Die Bibel spricht von verheirateten Menschen und Sklaven im Zusammenhang. Die Bibel sagt uns, daß wir nicht Sklaven von Menschen werden sollen, und das tut sie in dem Kapitel, das sich mit Heirat beschäftigt - 1 Korinther Kapitel 7. "Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte" (1 Korinther 7,23). Wenn jemand heiratet plaziert er sich in eine Position die mit der eines Knechtes verglichen wird. Ein solcher Mann muß seinen Pflichten nachkommen und sein Leib gehört nicht ihm allein (1 Korinther 7,3-4). Eine Person die Pflichten zu erfüllen hat - eine verheiratete Person - und daraus nicht heraus kann - weil sie sich nicht scheiden lassen kann - eine Person der ihr Körper nicht allein gehört, ist nicht eine freie Person. Eine Person, die nicht frei ist, ist ein Sklave. Die Bibel schützt auch Kinder sehr, aber auch hier kann daraus nicht geschlossen werden, daß die Bibel Christen ermutigt Kinder zu kriegen. Jesus sprach, "Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Reich Gottes" (Matthäus 19,14, Markus 10,14 und Lukas 18,16). Wir können solche Bibelstellen nicht dazu benutzen, Christen zu empfehlen zu heiraten und Kinder in die Welt zu bringen. Es wäre eine Mißbrauch der Schrift wie es ein Mißbrauch der Schrift wäre diese Bibelstellen dazu zu gebrauchen, um die Babytaufe zu unterstützen - die Taufe von Kindern die noch nicht Gläubige sind. Unsere Aufgabe ist es hinzugehen und das Reich Gottes zu verkünden. Wenn wir Kinder großziehen, dann sind wir für viele Jahre unseres Lebens mit dieser Aufgabe beschäftigt und diese Zeit wird die Zeit verkürzen, die wir in Gottes Weinberg verbringen. Die Bibel läßt uns also wissen, wie wir unser Leben gestalten sollten, wenn wir verheiratet sind und sie sagt Christen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie es mit Verheirateten zu tun haben. Wenn wir uns also das Thema "verheiratet sein" ansehen, so haben wir Einiges an Lehre und Führung in der Bibel. Aber "verheiratet sein" bedeutet, daß eine Entscheidung zu heiraten in der Vergangenheit getroffen wurde und es ist dann geschehen - die Person ist jetzt verheiratet - und die Vergangenheit kann nicht mehr geändert werden. Und "zu heiraten" bedeutet, daß die Entscheidung zu heiraten noch nicht gefallen ist - sie wird nur erwogen - die Trauung hat noch nicht stattgefunden. Und zu der Frage, ob es gut sei, zu heiraten, hat die Bibel Lehre und Führung. Im ersten Brief an die Korinther handelt ein ganzes Kapitel darüber: Kapitel 7. Jesus selbst lehrt über Heirat und er überrascht die Pharisäer und auch die Jünger dadurch, daß er bei Scheidung strikter als Moses ist. Er sagt (Matthäus 19,6), "Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden." Dies überrascht die Pharisäer und sie fragen Jesus warum Moses Scheidung erlaubte und Jesus antwortet, Mose hat euch erlaubt zu scheiden von euren Weibern wegen eures Herzens Härtigkeit; von Anbeginn aber ist's nicht also gewesen. Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um der Hurerei willen) und freit eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe (Matthäus 19,8-9). Hier haben wir ein Beispiel wie sich Jesus Lehre von der Praxis der Juden unterscheidet. Jesus geht viel weiter als nur äußerliche Taten zu verwerfen. Für ihn ist die Herzenseinstellung wichtig. Mord ist nicht nur eine Sünde, sondern sich über seinen Nachbarn zu ärgern ist bereits ist Sünde. Nicht nur Ehebruch ist Sünde, sondern ein lüsterner Blick ist bereits ehebrecherisch. Die Pharisäer sind verwundert über diese Lehre Jesu über Scheidung, es überrascht aber auch seine Jünger. Was für Schlüsse haben wir aus dieser Lehre Jesu zu ziehen? Wir sollten wohl die gleichen Schlüsse ziehen, die die Leute zogen, die diese Lehre hörten. Ihre Reaktion war die folgende: Da sprachen die Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ist's nicht gut, ehelich werden. Wir haben hier die gleiche Aussage wie wir sie in 1 Korinther 7,1 haben, "Es ist dem Menschen gut, daß er kein Weib berühre" und in 1 Korinther 7,38, "Demnach, welcher verheiratet, der tut wohl; welcher aber nicht verheiratet, der tut besser." Dieses ist also die Schlußfolgerung die die Jünger aus dem zogen, was Jesus lehrte: Es ist besser nicht zu heiraten. Und Jesus bestätigt, daß seine Jünger zu dem richtigen Schluß kamen. Er sprach zu ihnen: Das Wort faßt nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist (Matthäus 19,11). Wir haben also hier mit den
Lehren von Jesus die gleiche
Richtungsweisung wie wir sie auch von anderen Teilen des Neuen
Testaments bekommen: Heirat wird nicht empfohlen, ist aber auch nicht
verboten. In 1 Timotheus 4,3 wird uns gesagt, daß es falsch ist,
Leuten das Heiraten zu verbieten. Was sagt das Neue Testament zur Keuschheit? Top Matthäus 19,12: Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es! Und Jesus drückt das Gleiche aus. Im folgenden Vers, Matthäus 19,12, sagt er, "Wer es fassen kann, der fasse es!" Es ist also unsere eigene Entscheidung, ob wir diese Lehre akzeptieren können. Und wenn wir es können, dann sollten wir es tun. Und in diesem Vers kommt Jesus zurück auf das wirkliche Ziel, daß wir im Leben haben sollten: das Himmelreich. Wenn wir uns entschieden haben, daß das geistige Reich unser wirkliches Ziel im Leben ist, dann wird es relativ leicht sein, Jesus Lehre zu akzeptieren. Jemand mag auf einer gewissen Stufe stehen und recht wenig Erkenntnis haben und nicht die richtigen Prioritäten setzen. Der Unterschied zwischen Nebensachen und Hauptsachen ist ihm nicht klar. Er hat noch nicht die geistige Kraft, um sein eigenes Glück hintenan zustellen und zum Wohl anderer zu leben. Ihm fehlt diese Fähigkeit und er beschränkt damit seine eigene Freiheit, um weltlichen Erfolg und um weltliches Glück anzustreben. Wenn er aber sein wahres Ich erkennt und auch den eigentlichen Zweck seines Lebens, dann werden weltliche Dinge nebensächlich für ihn und er hat gar nicht mehr die Energie und die Zeit, sie zu verfolgen. Er hat jetzt ein wesentlich besseres Ziel und dieses verfolgt er nun und dieses Ziel ist es, wohin sein Geist ihn zieht: geistiges Wachsen. Sein Ziel ist das geistige Reich und auf dies arbeitet er hin und es ist seine Erfüllung. Die Bibel sagt uns also: Es ist gut für einen Mann nicht zu heiraten; es ist besser nicht zu heiraten; es ist gut unverheiratet zu bleiben. Jesus gibt einen Grund, warum Leute auf Heirat verzichten: um des Himmelreiches willen. In 1 Korinther 7,33-35 ist dies in folgenden Worten ausgedrückt: "wer aber freit, der sorgt, was der Welt angehört," wir aber sollten uns "sorgen, was dem Herrn angehört," auf daß wir "heilig seien am Leib und auch am Geist" und "daß es fein zugehe und wir stets ungehindert dem Herrn dienen können." Eine verheiratete Person kann es nicht vermeiden, sich um die Angelegenheiten der Welt zu bemühen und ein weltliches Leben zu führen. Sie wird nicht ungehindert dem Herrn dienen können; sie wird nicht in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn zu dienen in der Lage sein. Eine verheiratete Person wird es immer schwer haben, sich rein zu halten - rein von der Welt. Um ein weltliches Leben zu vermeiden, kann ein Mann, der eine Frau hat, folgendes tun: er kann so leben, als ob er keine hätte. Dieses ist eigentlich ein Gebot. In 1 Korinther 7,29 heißt es, "Die da Weiber haben, daß sie seien, als hätten sie keine." Wenn wir verheiratet sind, können wir es nicht vermeiden, in den Anliegen der Welt verwickelt zu sein; es wird immer schwierig sein, sich rein von weltlichen Dingen zu halten. Und dies ist der Grund, warum Jesus uns sagt, andere haben auf Heirat verzichtet, wegen des Himmelreiches. Die Führung die uns die
Bibel also gibt, ist
unverheiratet zu bleiben und so zu leben, als ob wir keine Frau
hätten. Wenn wir wirklich des Lammes Namen und den Namen seines
Vaters geschrieben an unserer Stirn haben wollen (Offenbarung 14,1),
dann müssen wir uns auf das Reich Gottes konzentrieren. Wenn wir
wirklich unseren Sinn und Verstand und unser Denken - das sich in
unserer Stirn befindet - auf geistige Dinge ausrichten wollen, dann
müssen wir Abstand nehmen von weltlichen
Beschäftigungen und Interessen. Unser Denken muß in eine
Richtung gehen und sollte nicht gespalten sein. Wenn wir zu den 144.000
gehören wollen, dann müssen wir wie sie leben: "Diese sind's,
die mit Weibern nicht befleckt sind - denn sie sind Jungfrauen - und
folgen dem Lamme nach, wo es hin geht. Diese sind erkauft aus den
Menschen zu Erstlingen Gott und dem Lamm" (Offenbarung 14,4). Das Lamm und die seinen - Die
Offenbarung des Johannes: 14,1-5: 1Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm Hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn. 2Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme eines großen Wassers und wie die Stimme eines großen Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen. 3Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde. 4Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, 5und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig. Wir sollten uns nicht mit weltlichen Dingen verunreinigen. Wir sollten uns rein halten. Wir folgen dem Lamm, wo es hingeht. Wir streben nach dem geistigen Reich. Unser Sinn ist auf dieses Ziel ausgerichtet - nach droben. "Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist" (Kolosser 3,1-2). Wenn wir wirklich in einer geistigen Welt leben, wenn wir wirklich nur in dieser Welt sind aber nicht von dieser Welt sind, dann werden wir so leben, daß die Einzelheiten mit dem was droben ist übereinstimmen, dann wird unser Denken auf das Obige ausgerichtet sein und nicht auf das Weltliche. Wir werden hier bereits so leben wie wir leben werden nach der Auferstehung. "In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleichwie die Engel Gottes im Himmel" (Matthäus 22,30). In Lukas 20,34-36 werden uns Jesus Worte folgendermaßen wiedergegeben: "Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien; welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen. Denn sie können hinfort nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sind der Auferstehung." Es ist also sehr eine Frage, ob wir noch Kinder dieser Welt sein wollen. Wir wollen nicht von dieser Welt sein. Wir leben ein Leben, das sich an den Dingen die droben sind, ausrichtet. Wir leben in dieser Welt, aber wir sind nicht von dieser Welt. Wir leben nicht wie es die Welt tut. Wenn wir das Leben dieser Welt lieben, dann werden wir nicht Jesus folgen wollen. Und dann werden wir nicht bereit sein, wenn des Menschensohn kommt. Jesus beschreibt diese Situation mit diesen Worten: "Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sintflut, sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien, bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging" (Matthäus 24,38), "Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes: sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um" (Lukas 17,26-27). Hier beschreibt Jesus ein typisches weltliches Leben, ein Leben von Leuten deren Sinn und Streben auf die Dinge hier drunten ausgerichtet sind. Ihre Herzen sind bei den Dingen dieser Erde - bei weltlichen Dingen. Und freien und sich freien lassen ist so sehr Teil dieser Art des Lebens. Und Leute, die dieses Leben führen, werden das wirkliche Leben versäumen. Im entscheidenden Augenblick wird das Verderben sie überfallen. Sie werden das große Abendmahl verpassen. Wenn die Einladung kommt, werden sie zu sehr mit ihren weltlichen Dingen beschäftigt sein und sie werden Ausreden haben und sagen, "Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen" (Lukas 14,20). Das beschäftigt sein mit dem Denken über Liebesabenteuer, mit der leiblichen Anziehungskraft anderer Menschen, mit dem Wunsch nach Freundschaft zum anderen Geschlecht, mit Freien und mit dem Lesen und Sehen von Liebesgeschichten, wird uns davon abhalten, die Dinge die droben sind zu suchen. Diese Tätigkeiten werden uns daran hindern, Jesus zu folgen. Wenn wir diese Aktivitäten nicht aufgeben, können wir nicht Jesus Nachfolger sein. "So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein." (Lukas 14:26). Der bemerkenswerte Gesichtspunkt dieser Aussage von Jesus ist, daß er uns nicht eine Liste von Prioritäten gibt, in der er uns sagt, daß wir zuerst seine Jünger sein müssen, daß wir danach als zweites Kirchenmitglieder sein müssen, daß wir dann drittens verantwortungsbewußte Familienmitglieder sein müssen, und daß wir dann viertens noch etwas anderes tun müssen und sein müssen und so fort. Nein, er sagt, wir müssen seine Jünger sein und alles andere spielt keine Rolle mehr - sogar unser eigenes Leben müssen wir als unwichtig ansehen. Alles andere zählt nicht mehr. Wenn wir seine Jünger geworden sind, dann hat alles andere seinen Einfluß verloren. Nur was für die Nachfolge wichtig ist zählt. Wir haben alles aufzugeben was
wir haben, wenn wir seine
Jünger werden. Da ist nichts ausgeschlossen. "Also muß auch
ein jeglicher unter euch, der nicht absagt allem, was er hat, kann
nicht mein Jünger sein" (Lukas 14,33). Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Top Und wenn wir ein solches Leben beginnen, wird es drastische Änderungen in allem geben. Und dies wiederum wird einen ausdrucksstarken Einfluß auf die Menschen um uns herum haben. Wenn wir uns von der Welt abwenden, werden uns vielleicht Menschen bewundern. Was aber wahrscheinlicher ist, ist daß die Menschen sich über uns ärgern werden und negativ reagieren werden. Wir brauchen uns nur anzusehen, was Jesus selbst in seiner Heimatstadt passierte: Und es begab sich, da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dannen und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Schule, also auch, daß sie sich entsetzten und sprachen: Woher kommen diesem solche Weisheit und Taten? Ist er nicht eines Zimmermann's Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakob und Joses und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles? Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Hause. Und er tat daselbst nicht viel Zeichen um ihres Unglaubens willen (Matthäus 13,53-58). Es wird also zu Reaktionen kommen, wenn wir wirklich uns von der Welt abwenden. Wir sollten beachten, daß Jesus nicht nur von seinem Vaterland, sondern auch von seinem Hause spricht. Dieses ist eine Bestätigung, daß zu einem bestimmten Zeitpunkt seine Familie ihm nicht folgte. Und so kann es uns geschehen. Unser eigenes Haus widersteht uns. Eine Beschreibung eines solchen Hauses finden wir in Lukas 12,49-53: Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwiegermutter wider die Schwiegertochter, und die Schwiegertochter wider die Schwiegermutter. Diese Spaltung wird in einer Familie stattfinden. Und diese Spaltung wird entstehen, weil einige Mitglieder der Familie plötzlich zu Gottes Familie gehören und die Welt hinter sich gelassen haben. Und dieses wird zu Reaktionen führen. Der Rest der Familie wird reagieren - wird negative reagieren. In Matthäus 10,34-38 finden wir eine ähnliche Stelle. Jesus sagt, "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert." Wenn ein Kind zum Nachfolger von Jesus wird und des Kindes Familie wendet sich gegen dieses Kind, dann wird dieses Kind eine neue Familie haben - die Familie Gottes. Gott wird sein Vater werden und es wird Brüder und Schwestern haben. Und es wird sagen können, "Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der Herr nimmt mich auf." (Psalm 27,10). Es wird sich in einer Situation befinden, wo er eine viel bessere Familie hat als bevor, er wird in Gottes Familie leben. "Und wer verläßt Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen, der wird's hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben." (Mathäus 19,29). Aber es wird Spaltungen geben - Spaltungen in der natürlichen Familie. Spaltungen die aufzeigen werden, wer auf welcher Seite ist. Und die religiösen Leute werden sich aufregen, besonders deren Führer. Es wird so sein, wie es bei Jesus war. Verfolgung wird beginnen und dann wird diese Spaltung der natürlichen Familie zu Verrat führen. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider die Eltern und ihnen zum Tode helfen (Matthäus 10,21). Es wird aber überantworten ein Bruder den andern zum Tode und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie helfen töten (Markus 13,12). Es wird also zu schrecklichen Situationen innerhalb von christlichen Familien kommen. Es wird Krieg herrschen - kein Friede. Jesus sagt, "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert." Gott ist ein Gott des Friedens. Aber er ist ein Gott des wahren Friedens - nicht eines falschen. Ein weltlicher Friede ist nicht ein göttlicher Friede. Von den Zeiten aber und Stunden, liebe Brüder, ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen (1 Thessalonicher 5,1-3). Hier spricht die Bibel von einem weltlichen Frieden am Tag des Herrn. Von weltlichem Frieden wird in den Nachrichten viel gesprochen. Aber das ist ein falscher Friede. Es ist eine Trübheit des Geistes. Menschen die nicht geistig empfindsam sind, werden von solch einem Frieden überrascht werden. Sie werden geistig hohl sein. Das Streben der Menschen dieser Welt nach Friede und Sicherheit - einem falschen Frieden und einer falschen Sicherheit - wird vom Antichrist genutzt werden. Und Leute werden eher bereit sein, ihre Freiheit aufzugeben, nur um diesen Frieden und diese Sicherheit zu haben. Und sie werden einem Menschen Macht geben, der ihnen Frieden und Sicherheit anbietet. Leute werden von Furcht beherrscht sein und diese Furcht wird so groß sei, daß sie ihre Freiheit opfern werden, um Friede und Sicherheit zu haben. Wahrer Friede ist den Willen unseres Vaters zu tun; Gottes Wort zu hören und es zu praktizieren. Wenn wir Gottes Willen tun, werden wir Frieden haben. Unser Friede muß das Ergebnis des Tuns des Willen Gottes sein. Falscher Friede macht uns geistig trübsinnig und wir werden wie die fünf törichten Jungfrauen. Jesus kam nicht, um diesen falschen Frieden zu bringen. "Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter, gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter, gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert." Er kam, um das Schwert zu bringen und um Feuer auf Erden zu bringen. Der Zweck ist Menschen zu enthüllen; die Nachfolger zu offenbaren und die Ablehner zu offenbaren, so daß die Ablehner zu einer Entscheidung herausgefordert werden. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens (Hebräer 4,12). So wird eines jeglichen Werk offenbar werden: der Tag wird's klar machen. Denn es wird durchs Feuer offenbar werden; und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren (1 Korinther 3,13). Jesus wird diejenigen offenbaren die zu seiner Familie gehören und die, die nicht dazugehören. Zur Familie dazuzugehören wird das Wichtige sein. Wenn wir zu Jesus Familie
gehören wollen, dann wird es
sehr hilfreich sein, wenn wir uns des Unterschiedes bewußt
werden, der zwischen der natürlichen Familie und der geistigen
Familie besteht. Dieses Verständnis wird der erste Schritt sein.
Der nächste Schritt wird es sein, eine klare Entscheidung für
die geistige Familie zu tun. Und dies wird wiederum nur erreicht
werden, wenn die natürliche Familie als solche erkannt wird und
wenn unsere Loyalität allein der Familie Gottes gehört - der
geistigen Familie. Da kann es keinerlei Umkehr geben. Eine persönliche Wertung des Textes. Top Es ist natürlich klar, dass
die Bibel ihre Ansicht als die einzige Wahrheit gelten lassen
möchte. Macht das nicht jede Religion? Wenn aber jede Religion
meint, im Besitz der Wahrheit zu sein, dann kann irgendetwas nicht
stimmen. Steht hinter den dogmatischen Ansichten aller Religionen, die
meinen, allein im Besitz der Wahrheit zu sein, nicht auch eine gewisse
Starrheit, Intoleranz, Bequemlichkeit und Machtstreben? Sollte man
nicht jede Religion aus ihrem historischen Hintergrund heraus
beurteilen? Da gab es wesentliche religiöse, gesellschaftliche,
psychologische und philosophische Einflüsse ihrer Zeit, die die
Meinung der Menschen beeinflusste. Will man zum Kern der Aussagen der
Religionen vordringen, dann muss man sie auf die Inhalte reduzieren,
die der menschliche Verstand erfassen und beurteilen kann.
Glaubensbekenntnisse hingegen helfen uns nicht weiter, weil sie
beliebig formuliert und interpretiert werden können. So wird niemand die Frage
beantworten können, ob es einen Gott gibt oder nicht, ob die Welt
nach einem göttlichen Plan erschaffen ist oder ob sich dahinter
der reine Zufall verbirgt. Schaut man sich das Universum in seinen
Details und in seiner Unendlichkeit an, dann hat man das Gefühl,
dass sich dahinter ein genialer Geist verbirgt, der dem Ganzen einen
Sinn verleiht. Aber auch dieser Eindruck sollte uns nicht verleiten,
hinter allem einen Gott zu vermuten, denn es ist und bleibt eine
Vermutung. Wir sollten erkennen, dass wir als Menschen, aufgrund
unseres beschränkten Intellekts, nicht in der Lage sind, zu
erkennen, ob sich hinter der Genialität, mit der das Universum
erschaffen ist, eine göttliche Weisheit verbirgt. Wenn Menschen
aber davon überzeugt sind, dass es einen Gott gibt, so geschieht
dies meiner Meinung nach, aus persönlichen (psychologischen)
Gründen. Wir sollten auch daran denken, dass es Religionen wie den
Buddhismus gibt, die recht gut ohnen einen Gott auskommen. Meiner Meinung nach ist die
Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, im Leben der Menschen ohnehin
sekundär. Entscheidend im Leben des Menschen ist nicht die Frage,
ob es einen Gott gibt oder nicht, sondern wie er sein Leben gestaltet.
Und ich denke, dieses sollte die Frage sein, die im Mittelpunkt des
Menschen steht. Viele religiöse Menschen richten ihr Leben auf
Gott aus, weil sie hoffen, Gott würde ihnen die Last des Alltags
von den Schultern nehmen. Dabei leben sie ihr Leben aber genau so
egoistisch, gedanken- und verantwortungslos weiter, wie sie es immer
getan haben. Meine Erfahrung ist, dass diese Tendenz besonders oft bei
Menschen anzutreffen ist, die sehr religiös sind. Sie beziehen
sich immer wieder auf ihre Religion, lassen aber gegenüber ihren
Mitmenschen oftmals jede Sensibilität, Freundlichkeit,
Rücksicht und jedes Verständnis vermissen. Dies ist meist
eine Reaktion, die man erlebt, wenn man ihre Ansichten in Frage stellt. Darum habe ich das Gefühl,
dass die Hinwendung zur Religion die Entwicklung des eigenen
Bewusstseins eher behindert, als sie zu fördern. Eine
Bewusstseinsentwicklung kann nur stattfinden, wenn man sich mit seinen
innersten Ängsten auseinander setzt. Bewusstseinsentwicklung ist
darum prinzipiell ein sehr schmerzhafter Prozess. Ist es wirklich der
innerste Wunsch eines Menschen, zu Gott zu finden oder ist es sein
innigster Wunsch, ein glückliches und zufriedenes Leben zu
führen? Ich glaube, dass sich jeder Mensch am meisten danach
sehnt, glücklich und zufrieden zu sein. Da die Menschen dies aber
nicht sind und insgeheim genau wissen, wie schmerzlich der
Heilungsprozess ist, dem sie sich stellen müssten, um gesund zu
werden, und weil sie nicht den Mut haben, sich diesem Heilungsprozess
zu stellen, flüchten sie sich in die Religion und erhoffen sich
von Gott, er möge ihnen diese Heilung gewähren. Um
Bewusstseinsentwicklung und damit einhergehend Heilung zu
ermöglichen, bedarf es also nicht nur jeder Menge Mutes, sondern
auch an Wissen. Zu diesem Wissen gehört
auch, dass der spirituelle Mensch ein enthaltsames Leben führen
sollte, wenn er spirituelle Fortschritte machen möchte. Aber ich
habe es immer wieder erlebt, dass besonders Menschen, die sich auf ihre
Religion berufen, eine sehr negative, oftmals eine sehr feindliche und
verletzende Haltung gegenüber den Menschen einnehmen, die sie auf
diese Zusammenhänge hinweisen. Mir scheint, man darf den Menschen
fast alles nehmen, aber nicht ihre Sexualität. Man könnte
fast den Eindruck gewinnen, dass sie die Sexualität mehr anbeten,
als ihren Gott. Aber dies geschieht nicht aus Bosheit, sondern aus
Unwissenheit. Der großen Mehrheit der Menschen dürfte
bewusst sein, welche Macht die Sexualität über den Menschen
ausüben kann. Aber dieses Wissen allein genügt nicht, um sich
von der sexuellen Verhaftung zu lösen. Will man spirituelle Fortschritte
erzielen, dann muss man Wissen, wie solche Entwicklungsprozesse
verlaufen. Dieses Wissen wird uns aber nicht in die Wiege gelegt,
sondern dieses Wissen muss man sich erarbeiten. Ich selber habe mich
viele Jahre lang mit Yoga beschäftigt, um zu verstehen, wie
spirituelle Fortschritte erzielt werden können. Der Yoga
beschäftigt sich seit vielen Jahrhunderten mit solchen Fragen und
kann auf eine lange Tradition selbstverwirklichter Yogis
zurückblicken. Eine der Voraussetzungen, spirituelle Fortschritte
zu erreichen, ist die Keuschheit. Dies gilt im Hinduismus/Buddhismus
ebenso wie im Christentum. Deshalb ist es kein Wunder, dass alle
Heiligen und "Erleuchteten", egal welcher Religion sie angehörten,
enthaltsam lebende Mönche, Nonnen, Priester, Yogis, Sufis oder
Schamanen waren. Selbst Naturvölker und heidnische Völker,
die keiner Religion angehörten, praktizierten die Keuschheit.
Dieses Wissen ging mit dem modernen Fortschritt immer weiter verloren.
Die Menschen verloren den Bezug zur Natur und strebten fortan lieber
nach materiellem, anstatt nach spirituellem Reichtum. Darum glaube ich nicht, dass es
irgendeinem Menschen hilft, wenn er sich bedingslos irgendeiner
Religion unterordnet oder wenn er meint, nur seine Religion sei allein
im Besitz der Wahrheit. Das hat für mich eher fanatische
Züge. Alle Religionen besitzen einen sehr wertvollen Kern, den es
gilt herauszuarbeiten. Dies gelingt aber nur, wenn man auch den
Religionen gegenüber immer eine kritische Distanz bewahrt. Zum Schluss möchte ich
darauf eingehen, wie ich die Aussage "Ich
bin nicht
gekommen,
Frieden zu senden, sondern das Schwert.", wie sie in Matthäus
10,34-38 gemacht wurde, verstehe. Die Vorstellung, Jesus
sei der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, ist nur durch das
alte Testament zu erklären. Das Alte Testament beinhaltet
über 300 Prophezeiungen über den kommenden Messias. Der Sohn
Gottes wurde also von vielen gläubigen Juden sehnsüchtig
erwartet. Mit dem Erscheinen Jesus glaubten viele Menschen, Jesus sei
der langerwartete Sohn Gottes. Aber Jesus war im Prinzip ein Mensch wie
du und ich. Was Jesus von anderen Menschen unterschied, war die
Tatasache, dass er sein Leben spirituell ausgerichtet hatte, was dazu
führte, dass er sich selber verwirklichen konnte. Im Prinzip
unterscheidet sich das Leben von Jesus nicht besonders von dem eines
indischen Yogis. Jesus lebte ebenso wie die Yogis enthaltsam. Er lebte
ein bescheidenes Leben, welches sich an hohen ethischen
Maßstäben orientierte. Während die Yogis sich in die
Wälder, in die Ashrams oder in den Himalaya zurückzogen, um
zu meditieren, zog Jesus sich in die Wüste zurück, um zu
beten. Wenn man Jesus als einen
selbstverwirklichten Menschen betrachtet, so kann man davon ausgehen,
dass er anderen Menschen mit sehr viel Liebe zugetan war und keinerlei
Groll oder Hass für andere Menschen empfand. Damit hatte er
natürlich für alle menschlichen Schwächen
Verständnis. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass es Jesus
wirklich daran gelegen war, seine Botschaft mit dem Schwert zu
verbreiten. Ich glaube sehr wohl, dass es Jesus darum ging, den
Menschen den Weg zum Frieden, zum inneren Frieden, den er selbst
beschritten hatte, aufzuzeigen. Ihm dürfte sehr wohl bewusst
gewesen sein, dass viele seine Worte wie ein scharfes Schwert
empfanden, welche starke emotionale Reaktionen bei den Menschen
auslöste. Heilungsprozesse sind immer sehr schmerzhafte und
gefährliche Prozesse, weil dabei viele bewusste und unbewusste
Emotionen angesprochen werden, die man oft über viele Jahre sehr
mühsam versucht hat, zu verbergen. Wenn Jesus also der Ansicht
war, dass die Enthaltsamkeit unbedingt erforderlich ist, um bereits zu
Lebzeiten ins Himmelreich zu gelangen, so ist klar, dass er mit dieser
Forderung sehr viel Hass auf sich zog. Möchte man bei anderen
Menschen ein spirituelles Interesse wecken, so wird dies nicht mittels
des Schwertes gelingen. Wer Gewalt säht, wird Gewalt
ernten. Das beste Argument, um andere Menschen für seine eigenen
Ideen zu gewinnen, ist die eigene positive Ausstrahlung. Dabei wird man
natürlich bei den Menschen den meisten Erfolg haben, die selber
schon ein Stück ihres spirituellen Weges gegangen sind und die
deshalb solchen Ideen etwas aufgeschlossener gegenüber stehen. Nur
mit Liebe, Überzeugung und sehr viel Verständnis wird es
möglich sein, andere Menschen für die eigene Idee zu
gewinnen. Dabei kann der spirituelle Meister seinem Schüler zwar
ermuntern, seinen Weg fortzusetzen, aber er kann ihm nicht den Schmerz
abnehmen, der mit jedem Heilungsprozess verbunden ist. Der Meister kann
den Schüler auf Gefahren hinweisen und er kann ihn Auffangen,
falls der Schüler den Mut verliert. Die Resignation ist einer der
größten Gefahren für Menschen, die einen spirituellen
Weg beschreiten, denn viele Menschen beginnen einen spirituellen Weg,
aber die allermeisten haben nicht den Mut, die Kraft, die Ausdauer und
die Disziplin, diesen Weg bis zum Ende zu gehen. Der Meister kann
seinen Schüler so lange begleiten, bis der Schüler in der
Lage ist, seinen eigenen Weg zu beschreiten. Quelle: Welche Familie?
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